Geschrieben von:
Guenther Frank
FD Gesundheit
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Lieber Robert,
zunächst die Ebene der Erfahrung: So weit ich die Literatur kenne, ist bisher weltweit noch kein Fall einer Übertragung mit HIV beim Küssen aufgetreten.
Theoretisch wäre es denkbar, wenn eine / einer der Beteiligten infiziert wäre und eine stark blutende Wunde im Mund hätte.
Dass es auf dem Weg bisher wohl nicht zu Ansteckungen gekommen ist, hat damit zu tun, dass der Speichel selbst nicht infektiös (ansteckend) ist. Blut ist ansteckend, aber im Mund ist ein dauernder Speichelfluss vorhanden, so dass bei Blutung im Mund das Blut sich immer mit dem Speichel vermischt und dieses Gemisch scheint von seiner Virenbelastung her nicht für eine Ansteckung auszureichen.
Die blutende Wunde der infizierten küssenden Person müßte also so stark bluten, dass ausreichend Blut auf die Mundschleimhäute der anderen Person gelangen könnte. Möglicherweise wäre eine Wunde, die dafür groß genug wäre, zugleich so unangenehm und schmerzhaft, dass die Lust auf Küssen gar nicht aufkommt, was auch erkären könnte, dass eine solche Ansteckung noch nicht festgestellt werden konnte.
Daher zählt Küssen, auch lange Zungenküsse, zu "safer sex".
Schöne Grüße,
im Auftrag,
Günther Frank
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