Geschrieben von:
Johannes B.
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Ich habe die gleiche Frage an die AIDS-Hilfe Neumünster geschrieben, und die haben gesagt, dass beim passiven Oralverkehr für den Mann kein Risiko bzgl. HIV besteht, selbst wenn die Frau Zahnfleischbluten gehabt hätte (wohl aber für andere sexuell übertragbare Krankheiten).
Typische sind solche Ängste, wenn man mit dem Risikokontakt Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen verbindet - also weil man sich in einer intakten Partnerschaft befindet. Bei mir In Baden-Würtemmberg gibt es pro Jahr ca. 250 HIV-Neuinfektionen, davon 50 durch heterosexuelle Kontakte, das bedeutet genau eine pro Woche für ganz Baden-Württemberg. Und davon widerum über 90% durch ungeschützten Vaginal-/ Analverkehr. Und selbst bei Oralverkehr praktisch nur für den empfangenden (aktiven) Part.
Die Wahrscheinlichkeit, bei der Autofahrt in den Urlaub einen schweren Unfall zu haben, ist dabei um ein mindestens 1000-faches höher, als sich durch einen einzigen derartigen Risikokontakt mit HIV infiziert zu haben. Trotzdem macht sich doch kein Mensch deshalb verrückt und dreht durch, wenn die Reise bevorsteht.
Es ist das schlechte Gewissen, dass einen verrückt macht. Und ich denke, das geschieht uns auch ganz recht. Ein Test schadet natürlich trotzdem nicht, und auch an andere sexuell übertragbare Krankheiten sollte gedacht werden.
Gruß, Johannes
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